| Liebe Gäste,
diese Seite befindet sich im Aubau. Einige Verweise sind daher noch nicht
belegt. Die Eichentempler. PS: Was ist Larp? Infos dazu findet Ihr im Larpwiki |
„Das Aufspritzen von Wasser zerriss den Mantel nächtlicher Stille. Schatten
unter den Bäumen, Waffeneisen, Lanzenspitzen sternengleich tauchten zwischen
den Krüppelweiden auf, die als einsame Wächter aus dem seichten Wasser des
Stromes ragten. Drei Reiter verharrten, als Wasser ihrer Rösser Hufe netzte.
Eine vierte Gestalt, eine Frau in Rüstung, trieb ihr Reittier weiter, bis der
Große Fluß des Pferdes Brust und ihre Beine umspülte. Als auch sie verhielt,
kehrte das Schweigen zurück.
Dann, nach einer Zeit die zu heilig war, als das jemand sie zu bemessen gewagt
hätte, klangen Ruderschläge aus der Dunkelheit. Ritter Sidhric Ui Argyle kehrte
von der Wacht zurück, die er sieben Tage auf der Insel gehalten hatte – in
Zwiesprache mit IHM, dessen Wasser nährte und zerstörte, der der Vater des
Flusses und der wahre Herr der Lande an seinem Ufer war. Tage ohne Schlaf und
Essen hatten sein Gesicht gekennzeichnet und gerne nahm Ritter Sidhric die Hand
der Reiterin an, die ihm aus dem Boot half.
‚Sprecht Ritter, was kündeten die Wasser?’ erklingt die Frage der Frau.
Sidhric straffte sich und sandte seine Gedanken zurück in die Vergangenheit
der letzten Tage. ‚Sie flossen schwer, ruhig und ohne Hast. Treibgut von morschen
Ästen drohte der Reinheit am dritten Tag. Doch die Wogen trugen es wieder die
Felsen am Rabenstein und zerdrückten es am scharfen Gestein, noch vor dem Untergang
der Sonne am vierten Tag.’
Die Reiterin nickte. ‚Das Land sprach seinen Willen!’ begann sie laut
und deutlich. ‚Und so soll es geschehen!’ beendete Cullain Ui Fendric, der
Älteste unter den Rittern, nicht minder kräftig die alte Formel.
‚Dann ist es also beschlossen. Wir werden den Feind still erwarten und
er soll an unseren alten Mauern scheitern!’ Die Reiterin trieb ihr Pferd zurück
auf festes Land. Die andern folgten und schon bald schwieg die Nacht wie zuvor.“
Dies nun, Freunde, ist die Geschichte der Ritter des Tempels der alten Eiche,
welche den meisten unter dem Namen „die Eichentempler“ bekannter sein dürften.
Mit Blut und Tränen ist ihre Sage geschrieben und an mir, dem Chronisten, ist
es, sie der Welt zu bewahren. So lest nun über ihre Geschichte, ihre Erlebnisse
und ihr Schicksal. Gedenket ihrer, denn des Gedenkens sind ihre Taten würdig.
In der Baronie Weidenau, Teil des von Krieg geplagten Königreiches Albernia,
ist der Hochsitz des alten Adelsgeschlechtes der Arodon, einem eigenbrötlerischen
Haus, welches sich dem Alten Weg verpflichtet fühlt. Wie viele der Alten Häuser
verlässt sich auch die Familie Arodon nicht auf die Waffen fremder gekrönter
Häupter, wenn es um den Schutz der Familienehre und deren angestammter Güter
geht. Herz und Ursprung des Hauses ist ein uralter Tempel der Kriegsgöttin
Rondra, um dessen Altar, einem riesigen Eichenstumpf, sich die Ritterschaft
des Hauses versammelt – aneinander gebunden, durch gemeinsame Überzeugungen
und die Loyalität zu Tempel und Haus. Hier in Weidenau, im Schatten der alten
Steine und Bäume, hat sich mancher Brauch lang vergessener Zeiten gehalten,
der einstmals als Dienst an den Göttern gemeint gewesen sein mag, doch in den
Augen moderner Länder und ihrer Priester, mehr als Ketzerei und heidnischer
Ritus als frommer Glaube erscheint.
Arodon war stets ein kleines Haus, dessen Überleben nicht auf dem Fundament
militärischer Stärke beruht. Ein Eichentempler ist nicht Teil einer militärischen
Organisation. Er dient den Idealen des Rittertums, befolgt einen persönlichen
Eid der Treue und kennt den Respekt vor Älteren.
In der jüngsten Vergangenheit sagte sich das albernische Königreich nach einer
politischen Intrige vom Kaiserreich los. Was folgte, war ein langer blutiger
Krieg mit den anderen Provinzen des Kaiserreichs in dessen Zuge Weidenaus Burg
Dun Maraban mehrfach belagert wurde. Bei der letzten Belagerung fiel Weidenau
schließlich. Auf Geheiß der Baronin Weidenaus flohen die Ritter kurz vor dem
Fall aus der Burg, um ihren Sohn und Erben in Sicherheit zu bringen und zu schützen.
Die Baronin fiel. Der Erbe wuchs von den Rittern beschützt im Verborgenen auf,
bis er in der Nacht einer Tag- und Nachtgleiche verschwand. Seine Spur führte
in einen alten Steinkreis, einen mystischen Ort, der zu bestimmten Tagen des
Jahres ein Tor in die Anderswelt sein soll. Durch dieses Tor folgten ihm die
Ritter, bestrebt ihr Wort gegenüber der Baronin zu halten, den Erben zu finden
und zu schützen. Seit jener Zeit irren die Ritter und ihr Gefolge durch die
Anderswelten auf der Suche nach dem Knaben.
OT:
Der Spielhintergrund der Eichentempler ist die Welt des Tischrollenspiels DSA
und darin die Baronie Weidenau im Königreich Albernia. Die Eichentempler als
Spielergemeinschaft sind ursprünglich im Brief- und Baronienspiel verhaftet
und unsere Spieler sind zum Teil auch dort aktiv. Auch die allermeisten unserer
Live-Charaktere stammen aus diesem IT-Hintergrund.
Unser Schwerpunkt liegt auf Charakterspiel und einer konsequenten und stilvollen
Umsetzung des Konzeptes. Es geht nicht darum, als „Orden“ möglichst „effektiv“,
sondern möglichst „schön“ aufzutreten. Posing ist alles, Gewinnen ist
bestenfalls Nebensache. Ambiente, Stil und Detailliebe stehen uns hoch im Kurs.
Einheitlichkeit im Auftreten bedeutet für uns, die Gemeinschaft als Gemeinschaft
darzustellen. Damit ist nicht eine identische Bewaffnung oder Kleidung gemeint,
sondern eher ein erkennbar ähnlicher Stil in allem, was zur Außenpräsentation
gehört. Was wir spielen liegt irgendwo zwischen Mid- und Low-Fantasy. Bei uns
existiert Magie, auch sind magiebegabte Charaktere Teil unserer Gruppe. Aber
Magie dominiert nicht das Spiel, bleibt etwas Rares, Geheimnisvolles, Mystisches.
Unsere Kleidung und Ausrüstung orientiert überwiegend sich an historischen
Beispielen ohne Anspruch auf Authentizität. Unser Maßstab: Der Stil muss zum
Rest der Gruppe passen und Ausrüstung muss realistisch-funktional aussehen.
High-Fantasy Spieler mit Rüstungen im Warhammer-Stil und magischen Artefakten
sind bei uns falsch. Umgekehrt können und wollen wir aber auch den Ansprüchen
eines Reenactors nicht genügen.